Kaiser Wilhelm – Alle Jahre wieder

Wir bringen den Kaiser Wilhelm an den Niederrhein

Eigentlich stammt „unser Kaiser“ ja aus der Rheinregion: Der Volksschullehrer und begeisterte Pomologe Carl Hesselmann (1830-1902) fand im Jahr 1864 im Garten des Guts Bürgel bei Monheim eine bis dahin nicht registrierte Apfelsorte. Für den treuen preußischen Monarchisten stand spätestens seit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 fest, dass „dieser wahrhaft majestätische Apfel“ nur einen Namen verdiene: den des deutschen Kaisers Wilhelm. 1875 sandte er einen Korb mit den großen leuchtend-roten Äpfeln nach Berlin, dessen Inhalt den Herrscher wohl überzeugt haben muss. Denn dieser gab umgehend sein Einverständnis zur Benennung der Apfelsorte in „Kaiser Wilhelm“.

Heute sind die hochstämmigen Bäume dieser alten Kulturapfelsorte, die durch ihre mächtigen, runden Kronen weithin auffallen, am Niederrhein und im Münsterland nicht mehr häufig anzutreffen. Deshalb war die Freude von Geschäftsführer Peter van Nahmen besonders groß, als er im Jahr 2011 auf einen größeren, bis zu einhundert Jahre alten Kaiser-Wilhelm-Baumbestand auf einer Streuobstwiese in der Nähe von Dresden hingewiesen wurde. Via Facebook organisierte er kurzerhand eine Ernteaktion, die – auch dank der Mitwirkung vieler Erntehelfer– ein bleibendes Erlebnis wurde und half, den „Kaiser Wilhelm“ zum festen Teil im Programm der sortenreinen Säfte zu machen. Als harmonisch süßer Saft erfreut er sich hier vieler Liebhaber.

Der sächsische Obstwiesenbesitzer hat in der niederrheinischen Privatkelterei einen Abnehmer für seine Produkte gefunden. Und der Familienbetrieb van Nahmen ist stolz, ein seltenes, äußerst schmackhaftes Produkt anbieten zu können. Am meisten aber profitiert der „Kaiser Wilhelm“ selbst: Je mehr Liebhaber seines Safts sich finden, je mehr Wert auf den Erhalt und Ausbau seines Baumbestands gelegt wird, desto mehr ist sein Überleben gesichert und das der Streuobstwiesenbiotope, in denen seine Bäume stehen.

So bricht seit dem Jahr 2011 regelmäßig im Herbst ein kleines Trüppchen tapferer und entschlossener Niederrheiner unter der Führung der Familie van Nahmen Richtung Sachsen auf. Ihr Ziel: den „Kaiser“ an den Niederrhein zu holen. In der Nähe von Dresden nämlich findet sich ein bis zu 100 Jahre alter Baumbestand der Kulturapfelsorte „Kaiser Wilhelm“, die in den letzten Jahrzehnten selten geworden ist. Die großen leuchtend-roten Äpfel der hochstämmigen Sorte zeichnen sich durch ihren harmonisch-süßen Geschmack aus. "Im Rahmen unserer großen Pflückaktion am zweiten Oktoberwochenende konnten wir per Hand mehrere Tonnen er „Kaiser Wilhelm“ ernten, der nun zu feinstem Direktsaft verarbeitet wird.", freut sich Peter van Nahmen. Ähnlich wie bei unserem heimischen Aufpreisprojekt verbinden wir mit unserer Aktion die Arbeit für den besonderen Genuss unserer Kunden mit unserem Einsatz für nachhaltigen Obstanbau. Wir möchten damit unseren Partner vor Ort unterstützen, der hier und auf weiteren Biotopen im Elbtal in Eigeninitiative Streuobstwiesenschutz betreibt. Gemeinsam mit ihm tragen wir zum Erhalt und zur Aufforstung der alten, vom Aussterben bedrohten Kultursorte Kaiser Wilhelm bei – einer Sorte, die es verdient, wegen ihrer besonderen Typizität und Geschmacksintensität auch in Zukunft immer mehr Saft-Gourmands zu überzeugen.

Übrigens ....
Die schöne Geschichte um den Namen des Kaiser Wilhelm-Apfels hat einen Haken: Nach heutigen Erkenntnissen wurde die Sorte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Johann Wilhelm Schumacher aus Rommerskirchen-Ramrath gezüchtet und war bis 1875 unter der Bezeichnung „Peter Broich“ bekannt. Der patriotische Volksschullehrer Hesselmann war also „nur“ für die Umbenennung der Apfelsorte verantwortlich.

Seht dazu auch ein Video zum Thema Kaiser Wilhelm Apfelsaft.

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