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22.09.26

20 Jahrgänge Rote Sternrenette

20 Jahrgänge Rote Sternrenette

Für manche ist sie einfach ein kleiner roter Apfel. Für uns ist sie der Anfang von etwas Großem. Denn mit der Roten Sternrenette begann im Jahr 2007 die Geschichte unseres Gourmetsortiments – und damit eine Idee, die uns bis heute begleitet: den einzigartigen Charakter einzelner Obstsorten nicht in einem Mischsaft verschwinden zu lassen, sondern ihn sortenrein in die Flasche zu bringen. In diesem Jahr feiern wir nun bereits den 20. Jahrgang dieses für uns so besonderen Saftes.

Ein Apfel, der Erinnerungen weckt


Die Geschichte begann auf einem Streuobstwiesenfest in Loikum. Damals baten wir unsere Streuobstwiesenpartner, unterschiedliche alte Kulturapfelsorten mitzubringen. Mehr als 85 Sorten kamen zusammen – eine beeindruckende Vielfalt an Farben, Formen, Aromen und Geschichten. Doch eine Sorte berührte die Besucher auf ganz besondere Weise: die Rote Sternrenette. Viele kannten sie noch aus ihrer Kindheit. Als kleinen, tiefroten Apfel, der früher traditionell in der Weihnachtszeit auf dem Tisch lag oder den Christbaum schmückte. Plötzlich waren da Erinnerungen an Großeltern, an Weihnachten, an Apfelkuchen und an längst vergangene Familienmomente. Für Peter van Nahmen war genau das der entscheidende Augenblick: Wenn eine einzelne Apfelsorte so viele Erinnerungen und Emotionen hervorrufen kann – warum sollte man diesen Charakter nicht auch im Saft wiederfinden können? Später stießen wir auf historische Beschreibungen der Sorte und stellten fest, dass ihre besondere Wertschätzung keineswegs neu war. Schon früh wurde die Rote Sternrenette in der Obstliteratur wegen ihres Aussehens, ihres Geschmacks und ihres besonderen Charakters geschätzt. Für uns war damit endgültig klar: Dieser Apfel verdient seine eigene Flasche.

Was die Rote Sternrenette geschmacklich so besonders macht


Auch im Glas zeigt sich Jahr für Jahr, warum uns diese alte Kultursorte bis heute begeistert. Die Rote Sternrenette bringt eine feine Würze und eine ausgeprägte, lebendige Säure mit. Ihr Aromenspiel erinnert an reifen Apfel, begleitet von feinen, beinahe winterlichen Noten. Gerade dieses Zusammenspiel aus Frucht, Säure und Würze sorgt dafür, dass der Saft nicht einfach nur süß wirkt, sondern Tiefe und Struktur besitzt. Wie unterschiedlich ein Jahrgang ausfallen kann, zeigt dabei unter anderem der Oechsle-Wert. Der Oechsle-Grad beschreibt vereinfacht gesagt, wie hoch das Mostgewicht eines frisch gepressten Saftes ist. Er gibt damit einen Hinweis darauf, wie viele gelöste Inhaltsstoffe – insbesondere natürlicher Fruchtzucker – im Saft enthalten sind. Je reifer und gehaltvoller die Früchte sind, desto höher kann dieser Wert ausfallen. Gemeinsam mit der Säure prägt er entscheidend die Balance und den Charakter eines Saftes. Und genau hier zeigt der aktuelle Jahrgang eindrucksvoll, was in der Roten Sternrenette steckt: 61,5 Grad Oechsle bei rund 10 Gramm Säure treffen in diesem Jahr aufeinander. Damit liegen die beiden Werte deutlich über den Werten eines normalen Apfelsafts. Eine Kombination, die für einen intensiven, spannungsvollen und zugleich ausgewogenen Saft sorgt und die Eigenständigkeit dieses alten Kulturapfels besonders schön zum Ausdruck bringt.

Alte Sorten erhalten heißt, ihnen einen Wert zu geben


Doch unsere Verbindung zur Roten Sternrenette endet nicht mit dem Geschmack. Viele alte Obstsorten sind heute selten geworden. Ihre Bewirtschaftung ist häufig aufwendiger und wirtschaftlich nicht immer mit moderneren, ertragreicheren Sorten vergleichbar. Wenn solche Bäume langfristig erhalten oder sogar wieder neu gepflanzt werden sollen, muss sich ihre Pflege für die Menschen lohnen, die sich um sie kümmern. Deshalb zahlen wir unseren Streuobstwiesenpartnern für die Rote Sternrenette bewusst einen besonders hohen Preis. Für uns ist das nicht nur der Preis für einen Apfel. Es ist eine Investition in den Erhalt einer alten Kultursorte. Denn nur wenn auch die Bewirtschaftung alter Sorten wirtschaftlich attraktiv bleibt, besteht ein Anreiz, bestehende Bäume zu pflegen, neue zu pflanzen und die Sorte langfristig wieder stärker auf unseren Streuobstwiesen zu etablieren. Auf diese Weise möchten wir dazu beitragen, dass die Rote Sternrenette nicht nur als Erinnerung an frühere Zeiten erhalten bleibt, sondern auch für kommende Generationen eine Zukunft hat. Jede Flasche erzählt damit ein kleines Stück dieser Geschichte weiter.

20 Jahrgänge - und noch immer etwas ganz Besonderes


Was 2007 mit einem einzelnen Apfel auf einem Streuobstwiesenfest begann, wurde zum Ursprung unseres gesamten Gourmetsortiments. Heute stehen viele verschiedene sortenreine Säfte für unsere Überzeugung, dass nicht einfach nur „Apfel nach Apfel“ schmeckt. Jede Sorte besitzt ihren eigenen Charakter, ihre eigene Geschichte und ihre eigene Berechtigung. Doch die Rote Sternrenette wird für uns immer eine besondere Stellung behalten. Sie war die Erste. Und auch nach 20 Jahrgängen erinnert sie uns noch daran, warum wir tun, was wir tun: um besondere Früchte, alte Sorten und ihre Geschichten zu bewahren – und ihren einzigartigen Geschmack erlebbar zu machen.